Der Nächste, bitte?! Recruiting in Zeiten des Arbeit­nehmer­marktes

„Wer bewirbt sich hier eigentlich bei wem?“, das mag sich so mancher Personaler immer häufiger bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern fragen. Denn Recruiting hat sich vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel in den letzten Jahren vom Selbstgänger zur echten Herausforderung entwickelt.

Recruiting

Wo früher stapelweise Bewerbungen eingingen, hat heute der Bewerber die Auswahl – und nimmt potentielle Arbeitgeber bereits im Vorfeld kritisch unter die Lupe. Schließlich sorgen digitale Plattformen, wie kununu, und soziale Netzwerke für maximale Transparenz am Arbeitsmarkt – ob freiwillig oder nicht!

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sich die Aufgaben im Personalbereich wie im Marketing verändern und plötzlich eine Schnittmenge bilden: Kommunikation heißt zukünftig also nicht nur, für Produkte und Dienstleistungen zu werben, sondern vor allem um Personal. Über 50% der deutschen Firmen stufen die Fachkräftegewinnung laut einer DIHK-Umfrage aus dem Herbst 2019 bereits als erfolgskritischen Faktor ein – rund dreimal so viele wie noch vor 10 Jahren.

Employer Branding – Oder: Wenn Arbeitgeber zur Marke werden
Branchenübergreifend stellen sich für Unternehmen also zunächst die Fragen: Wer sind wir? Und was haben wir unseren Arbeitnehmern zu bieten? Letzteres nicht nur im Hinblick auf neue Mitarbeiter, sondern vor allem auch, um bestehende zu binden. Somit sind von der strategischen Positionierung als Arbeitgebermarke sowohl interne als auch externe Kommunikationsaktivitäten betroffen.
Sich erkennbar und – Achtung – authentisch als Unternehmen zu präsentieren, schafft Identifikationspotential. Und genau das ist für die Arbeitnehmer von heute, die Generation Z, besonders wichtig, denn nicht das Gehalt allein ist entscheidend, sondern vielmehr die „Soft Skills“ eines Jobs: Work-Life-Balance, moderne Arbeitszeitmodelle, Teamspirit und gelebte Wertschätzung.

Klassische Stellenanzeige? War gestern!
Neben der Entwicklung einer passenden Kommunikationsstrategie ist auch bei der professionellen Umsetzung Know-how gefragt. Zum einen gilt es, für eine ansprechende und aussagekräftige Präsentation zu sorgen – angefangen beim Karriere-Bereich auf der Internetseite über die Pflege von Businessprofilen in sozialen Netzwerken bis hin zu bewegten Inhalten in Form sympathischer Recruitingclips. Zum anderen sind auch in der Kommunikation mit (potentiellen) Bewerbern über die digitale Stellenanzeige hinaus smarte Tools gefragt, um den Dialog mit dem Unternehmen von Anfang an so simpel und persönlich wie möglich zu gestalten, etwa durch kompakte Upload-Formulare oder Chat-Funktionen.

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